3 Szenarien, die wir alle durch Vorsorgedokumente vermeiden können

9 Minuten Lesedauer
Sorgerechtsverfügung auf hyli.de

Wie Vorsorgedokumente dich und deine Familie schützen 

Niemand denkt gern darüber nach, bis es auf einmal passiert: ein Unfall, ein Schlaganfall, eine Erkrankung – und nichts mehr ist so, wie es war. Ein Schicksalsschlag kann das ganze Leben auf den Kopf stellen und Betroffene und ihre Familien ins Chaos stürzen. Hier liest du drei Szenarien, die jeden treffen können – und erfährst, wie du sie vermeiden kannst. 

Themen wie die eigene Verletzbarkeit, das Alter oder Vorsorgedokumente schieben wir in weite Ferne. Schließlich ist das Thema nicht gerade angenehm. Bis uns die Realität einholt – und das meist äußerst unsanft. Wenn das Leben aus den Fugen gerät, bereuen viele Menschen, dass sie sich nicht schon vorher darum gekümmert haben, ihre Angelegenheiten zu klären und Vorsorge zu treffen.  

Wir schildern drei Szenarien, in die jeder von uns geraten kann – und erklären, wie du wirksam vorbeugen kannst! 

1) Schwere Entscheidungen für eine Familie – weil es keine Patientenverfügung gibt.

Paul ist Ende Sechzig und nach der Scheidung noch einmal durchgestartet. Sein neues Hobby: Motorradfahren! Im Frühling braust der lebenslustige Best Ager mit seiner Maschine durch die Landschaft. Bis er eines Tages die Kontrolle über sein Motorrad verliert. Pauls erwachsene Töchter erhalten einen Anruf aus dem Krankenhaus: „Ihr Vater hat Gehirnblutungen und ist nicht ansprechbar. Es besteht wenig Hoffnung auf Besserung.“  

Die beiden Frauen lassen alles stehen und liegen, reden mit ihrem Arbeitgeber, organisieren eine Kinderbetreuung und reisen in großer Eile an. „Hat Ihr Vater eine Patientenverfügung?“ – das ist eine der ersten Fragen, die ihnen im Krankenhaus gestellt wird. Niemand weiß die Antwort. Hätte Paul lebenserhaltende Maßnahmen gewünscht – wie eine Magensonde oder künstliche Beatmung? Regelmäßige Blutwäschen, falls seine Nieren versagen? Die Schwestern fühlen sich überfordert, doch dann entscheiden sie, dass alles für ihren Vater getan werden soll.  

Wochenlang pendeln sie zwischen Krankenhaus und Wohnort, um ihre eigenen Familien zu sehen und bei ihrem Vater zu sein. Eine Zerreißprobe: Die Kinder vermissen die Mama, der Arbeitgeber ist zunehmend besorgt. Dann bitten die Ärzte wieder zum Gespräch: Paul hat durch seine Bettlägerigkeit eine lebensgefährliche Nekrose am Fuß entwickelt. Soll er amputiert werden? Eine Schwester glaubt, der Vater habe all das nicht gewollt – die zweite ist tief verunsichert und weiß nicht, wie sie sich entscheiden soll… 

Jede:r von euch kann dieses Szenario mit einer rechtswirksamen und zugänglichen Patientenverfügung vermeiden!

Jedes Jahr gibt es in Deutschland über 320.000 Verletzte bei Verkehrsunfällen. Ein schwerer Verkehrsunfall kann uns also alle treffen – auch in jungen Jahren! In einer Patientenverfügung kann jeder festlegen, welche lebenserhaltenden Maßnahmen er wünscht, wenn er nicht mehr entscheidungsfähig ist – und welche nicht. Ist keine Patientenverfügung hinterlegt, müssen die Ärzte nach dem mutmaßlichen Willen des Patienten handeln – und befragen dafür meist die Angehörigen.  

Für die ist das in dieser schwierigen Situation eine große zusätzliche Belastung. Häufig regen die Ärzte auch routinemäßig die Bestimmung eines gesetzlichen Betreuers beim Betreuungsgericht an – denn die Betreuung obliegt nicht automatisch den Angehörigen. Das Gericht kann jemanden aus der Familie bestimmen, aber auch eine fremde Betreuungsperson – meist einen Rechtsanwalt oder Sozialarbeiter. Wer bis zum Schluss selbstbestimmt bleiben und seine Familie schützen möchte, sollte deshalb frühzeitig eine Patientenverfügung aufsetzen. 

2) Ein Haushaltsunfall führt in den finanziellen Ruin – weil es keine Vorsorgevollmacht gibt.

Michael ist Ende Dreißig und hat mit seiner Frau Susanne ein Haus auf dem Land gekauft, damit seine Kinder im Grünen aufwachsen können. Es ist noch viel zu renovieren, aber beide sind handwerklich begabt und guter Dinge. Nach Feierabend arbeiten sie oft bis spät in die Nacht an dem Haus. Bis zu jenem Abend, an dem Michael aus Müdigkeit unachtsam ist und von der Leiter fällt. Mit gebrochenen Nackenwirbeln kommt er ins Krankenhaus und fällt ins Koma. 

Susanne fühlt sich wie in einem Alptraum: Nicht nur, dass sie sich um ihren Mann sorgt und für die Kinder stark sein muss. Die Renovierungsarbeiten am Haus kommen zum Erliegen und die Bank macht Ärger wegen des Kredits. Ihr Mann hat Rücklagen auf seinem Konto, doch auf das hat sie selbst als Ehefrau keinen Zugriff – dafür bräuchte sie eine Vollmacht. Wenn Michael nicht aus dem Koma aufwacht, muss sie das Haus verkaufen. Doch auch das kann sie nicht, weil Michael mit im Grundbuch steht. 

Um Geld für den Hauskredit zu sparen, möchte Susanne kostenintensive Verträge kündigen – den Leasingvertrag des Autos, Zeitschriften-Abonnements und das Fitnessstudio ihres Mannes. Doch auch hier sind ihr die Hände gebunden, denn die Verträge laufen auf Michael. Als die Ärzte ihr eröffnen, dass Michael langfristig ein Pflegefall bleiben wird, weiß sie nicht, wie es weitergehen soll. 

Jede:r von euch kann dieses Szenario mit einer rechtswirksamen und zugänglichen Vorsorgevollmacht vermeiden!

Man muss kein Haus renovieren, um einen Unfall zu erleiden – jedes Jahr haben 2,8 Millionen Menschen einen Haushaltsunfall, rund 12.000 sterben daran. Mit einer Vorsorgevollmacht hätte Susanne Michaels geschäftliche Belange und ihre gemeinsamen Angelegenheiten regeln können und Zugriff auf Michaels Konto gehabt. Auch der Gesetzgeber hat mittlerweile das enorme Risiko für Familien erkannt und Reformen auf den Weg gebracht. Deshalb wird ab dem 01. Januar 2023 das sogenannte „Notvertretungsrecht“ für Ehegatten gelten.  

Auch ohne Vorsorgevollmacht dürfte Susanne Michael dann vertreten – jedoch nur für einen begrenzten Zeitrahmen von sechs Monaten. Die Neuregelung stößt auch auf Kritik, denn sie berücksichtigt nicht, wie das Verhältnis der Eheleute zueinander ist und bietet damit auch Potenzial für Missbrauch. Mit einer Vorsorgevollmacht bist Du in jedem Fall auf der sicheren Seite, denn Du kannst frei bestimmen, für wen sie gelten soll – und sie auch jederzeit widerrufen. 

3) Streit und Zerwürfnisse in einer Familie – weil es keine Betreuungsverfügung gibt 

Jutta ist Ende Vierzig, lebt getrennt von ihrem Mann und hat noch viel vor im Leben. Als sie anfängt, zerstreut zu werden, denken sich ihre Söhne zunächst nichts dabei. Dann geht Jutta einkaufen und vergisst, den Herd auszuschalten – die Feuerwehr muss ausrücken. Den Söhnen fällt ein, dass die Oma schon früh unter Alzheimer litt. Juttas Symptome werden so stark, dass sie kaum noch für sich selbst sorgen kann. 

Als sich Jutta in einem Zustand der Verwirrtheit verletzt, kommt sie ins Krankenhaus. Die Kinder möchten für sie ein Pflegeheim suchen. Doch Jutta ist nicht mehr entscheidungsfähig und hat weder eine Vorsorgevollmacht noch eine Betreuungsverfügung aufgesetzt. Deshalb muss das Betreuungsgericht einen gesetzlichen Betreuer für sie bestimmen. Zwischen den Söhnen und dem Vater entbrennt ein erbitterter Streit darüber, wer am besten weiß, was gut für die Mutter ist.

Jede:r von euch kann dieses Szenario mit einer rechtswirksamen und zugänglichen Betreuungsverfügung vermeiden!

Rund 1,5 Millionen Patienten in Deutschland sind von Demenz betroffen. Außerdem erleiden jedes Jahr etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall – und nicht wenige davon sind danach dement, obwohl sie vorher mitten im Leben standen. Mit einer Betreuungsverfügung hätte Jutta ihre Betreuungsperson selbst bestimmen können und es wäre nicht zum Familienzerwürfnis gekommen. 

Fazit: Entspannter leben mit Vorsorgedokumenten 

Unsere Beispiele sind erfunden – doch sie ereignen sich so oder ähnlich Tag für Tag. Logisch: Das Schicksal kannst du nicht beeinflussen. Du bist ihm jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Wenn du Vorsorgedokumente aufsetzt und bei deiner Familie hinterlegst, kannst du sie vor seelischen Belastungen, Verunsicherungen und finanziellen Schäden schützen – und bis zuletzt selbstbestimmt bleiben. 

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